• Lena

Die Sache mit dem Vertrauen


Wow, was für eine wilde Zeit.

Ich habe das Gefühl, mein ganzes Leben wurde wie eine Hose zum Waschen einmal auf links gedreht und die Beine verknotet. Und meine Aufgabe besteht nun darin, zu gehen. Schritt für Schritt. Mir stellt sich nur täglich die Frage nach dem WIE, wenn diese Knoten meine Beine gefühlt davon abhalten, den Boden zu erreichen. „Dir fehlt Erdung“ höre ich eine liebe Freundin sagen. Stimmt. Aber noch nie ist es mir so schwergefallen, diese Verbindung zur Erde herzustellen. Mein Kopf ist aktuell lauter als sonst, Bullshit FM ist fast 24/7 auf Sendung und die Stopp-Taste scheint kaputt zu sein.


Immerhin sind meine Hände frei und können mich bei all den Fragezeichen im Kopf noch durch Social Media navigieren. Und kennst du dieses Gefühl, wenn du dich nach diesem medialen Ausflug noch verwirrter fühlst, als davor? Wenn dadurch direkt neue Songs in Dauerschleife in dein Kopf-Radio eingespielt werden. Okay, Handy aus. Durchatmen. Ja, vielleicht mal eben auf die Yogamatte und bei einer schönen Meditation dem Kopf doch ein wenig Ruhe gönnen. Das tut gut.

Doch kurz danach sind sie wieder da diese Stimmen, dass ich das Internet doch brauche für all die Inspiration, für den Austausch, um den Kontakt zu meinen Freunden, meinen Schüler*innen und Lehrer*innen nicht zu verlieren. Und wie soll ich denn ohne all die Informationen einen Ausweg aus meinem Hosenbein-Knoten-Schlamassel finden?


Ganz leise kriecht diese andere Stimme in mein Bewusstsein. Diese zarte Stimme, die mir sagt, dass die Lösung nicht auf Social Media zu finden ist. Auch wird mir keine neue Podcast-Folge die Antwort auf all meine Fragen liefern. Denn ja, wie heißt es so schön: die Antwort liegt bereits in dir. Da wäre nur noch die Frage, wo genau in mir?


Ich schätze mal, hier greift die nächste, ach so oft zitierte Weisheit: Vertraue dem Leben. Das Leben ist immer für dich. Somit lerne ich also, mich voller Vertrauen dem Leben hinzugeben – auch wenn das vielleicht bedeutet, dass ich erstmal anstatt auf meinen Füßen zu gehen, auf meinem Hintern über den Boden rutsche. Pobacke für Pobacke sozusagen bewege ich mich weiter auf meinem Weg – ohne das Ziel und die Antworten auf all meine Fragen zu kennen. Aber das ist wohl diese Sache, von der so oft geredet wird - sich dem Leben hinzugeben und dem Weg zu vertrauen.

©2020 by LENA VOITH

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