• Lena

Sprachlos


Seit ein paar Tagen bin ich sprachlos. Ich habe nichts zu sagen und mir fällt auch nichts ein, was ich mit meiner Umwelt teilen möchte – sei es im Privaten oder auch öffentlich. Immer wieder setze ich mich an meinen Laptop und versuche, Worte zu finden, Sätze zu formulieren, meine Gedanken zu greifen und zu strukturieren. Den ganzen Tag über fliegen diese Gedanken wie Düsenjets durch meinen Kopf. Aber sobald ich mich hinsetze und diese sortieren möchte, hat sich das Gedanken-Chaos plötzlich aufgelöst. Was bleibt, ist Leere. Nicht diese spirituelle Leere, die wir durch Meditation erreichen möchten und die uns auf diese wundersame Weise erfüllt. Nein, die Leere, die so gar nichts erfüllt, sondern ist, was sie ist – leer.


Über etwas sprechen, bedeutet, es zu sortieren, zu entwirren, für sich zu (er-)klären, ihm eine Bedeutung beizumessen, es vielleicht sogar ein Stück zu kontrollieren. In der aktuellen Situation finde ich jedoch keine Worte, um all die Gedanken und Gefühle in mir zu benennen. Diese sind aktuell ungreifbar, nicht in altbekannte Muster zu pressen, nicht zu sortieren, wie es mir sonst durch Sprache gelingt. Meine alten Strukturen greifen hier nicht mehr, sie sind nicht mehr passend für das, was da gerade geschieht.


Sprachlosigkeit hängt stark mit unserem Kehlchakra zusammen. Dieses Chakra steht für Themen, wie Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Selbstausdruck. Selbstbestimmt fühle ich mich in der aktuellen Situation mit all den Vorgaben und Regulierungen keinesfalls. Nach Unabhängigkeit fühlt sich die Existenzangst als Solo-Selbständige auch nicht unbedingt an. Kein Wunder also, dass ich hier in diesem Chakra eine Blockade wahrnehmen kann. Zudem ist das Kehlchakra das Verbindungsglied zwischen unserem Herzen und unserem Verstand, zwischen unserem Fühlen und Denken. Es scheint so, als ob ich vom Kopf ins Herz sinken darf, um mich mit meinen Gefühlen zu verbinden. Diese sind jedoch manchmal so überwältigend, so wenig greifbar. Jedoch glaube ich, dass genau darin der Schlüssel liegt. Eintauchen in all die Gefühle, die sich mir jetzt zeigen. Voller Vertrauen.


Vielleicht finde ich dann auch wieder die für mich passenden Worte. Vielleicht drücke ich mich aber auch ganz anders aus. Ich weiß es nicht. Alles zu seiner Zeit, im ganz eigenen Rhythmus.

Solange höre ich weiter meine Mantras, teile meine Playlists mit meinen Freunden und verbinde mich so mit ihnen – ganz ohne Worte, dafür mit ganz viel Gefühl.

©2020 by LENA VOITH

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