• Lena

Vom Monkey Mind zum Blogbeitrag


Corona Virus - alle Yogaklassen und Workshops abgesagt für die kommenden 5 Wochen.

Hier sitze ich nun, montagmorgens um 7 Uhr und bin bereit, so richtig loszulegen, jetzt mal so richtig die unterrichtsfreie Zeit zu nutzen und produktiv zu sein. Ich frage mich: Was möchte mich diese Zeit lehren? Was leiste ich nun für einen Beitrag? Wo kann ich aus meiner Komfortzone treten? Jetzt muss doch etwas entstehen, es muss etwas passieren. Ich kann doch diese Wochen nicht ungenutzt lassen.

Und was passiert? Nichts – also zumindest nicht im Außen. Im Innen dafür umso mehr. Mein Kopf erzählt mir neben all den anderen Gedanken, dass ich doch wohl jetzt nicht die hundertste Yoga Lehrerin sein kann, die Online Yoga anbietet. Und wer möchte das dann überhaupt sehen, fragt er mich? Und ich habe doch gar nicht die richtige Technik dafür. Und so weiter und so weiter. Ich schreibe seit Tagen Listen, was ich in den kommenden Wochen alles erledigen kann, aber abgehakt ist davon noch kein einziger Punkt. Ich werfe Ideen durch die Luft, welche Projekte ich nun umsetzen werde, aber gestartet habe ich noch keins.

Und plötzlich wird mir mein altbekanntes Muster klar: losstürmen, ohne vorher mal durchzuatmen, und mich zu zentrieren – getrieben von meiner Umwelt und meinem Kopf. Ohne Ziel, ohne klaren Fokus. Gleich loslegen, ohne vorher ein Ziel festzulegen. Obwohl ich dank jahrelanger regelmäßiger Yoga- und Meditationspraxis schon viel fokussierter geworden bin. Aber gerade jetzt merke ich, was passiert, wenn meine von mir kreierte Struktur plötzlich wegbricht, ich nicht zwischen Yogaklassen vorbereiten und Yogaklassen unterrichten noch kurz Zeit finde, mit meinem Hund rauszugehen – ich fange an, zu fliegen. Und nicht im positiven, freien Sinne. Sondern unkontrolliert und ziellos.


Und spannenderweise macht die Autokorrektur meines PCs aus dem Wort „fliegen“ einfach „fließen“ – und ja! Genau das ist es. Meine Intention für dieses Jahr war es, zu fließen. Auf den Wellen des Lebens zu surfen. Mich mehr mit dem Element Wasser zu verbinden. In meiner eigenen Geschwindigkeit durch das Leben zu gleiten und vor allem im Vertrauen zu sein. Und dazu gehört auch, mir selbst erstmal Zeit zu schenken, um die Veränderungen, die aktuell überall vor sich gehen, zu verarbeiten und in mein System zu integrieren. Innezuhalten, mich auf mich, meine Bedürfnisse und möglichen Ziele zu fokussieren. Was zählt jetzt wirklich in dieser Zeit? Und dann kann ich losgehen und meinen Beitrag leisten.


Und während ich so Ping-Pong in meinem Kopf spiele und dabei diese Zeilen schreibe, fällt mir auf, dass aus dem scheinbaren Nichtstun mein erster Blogartikel entstanden ist. Willkommen, schön, dass du da bist. Ganz ungeplant und im Fluss des Lebens.


Natürlich ist jetzt der Moment gekommen, an dem ich mich frage: Soll das jetzt alles gewesen sein? Da muss doch noch etwas kommen. Das ist doch wohl etwas kurz für den ersten Beitrag. Und dann atme ich nochmal tief ein und aus und entscheide ganz klar: Ja, das soll alles sein. Zumindest für den Moment. Ich schnappe mir jetzt meinen Hund, gehe mit ihm ganz lange in den Wald und tauche ein in die Schönheit der Natur. Und danach sehe ich weiter. Ein Schritt nach dem anderen.


Bis zum nächsten Mal, eure Lena


©2020 by LENA VOITH

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